Montag, 29. August 2016

Neustart

So, nun geht es endlich weiter, ich habe ja länger nichts geschrieben. Da ja manche Leser nicht bis zum Schluß kommen, hier noch der Hinweis zu Donnerstag, muß leider noch einmal ausfallen, also diese Woche nur Dienstag am Bahnhof Lichterfelde-West um 15 Uhr.
Anhand meiner folgenden Beispiele werde ich auf einige Schwierigkeiten beim Zeichnen und Malen eingehen.
Ein einfaches, ansprechendes Motiv. Einfach, weil es eine einzeln stehende weiße Gipsbüste mit eindeutiger Beleuchtung von oben ist. Mit einem weichen Graphitstift habe ich die die Umrisse festgelegt,dann durch Schraffuren die Tonwerte angelegt. Großzügig ausgelegt handelt es sich um 2 Tonwerte, Schwarz und Weiß. Auch die eindeutigen Schattenformen habe ich mit einer Linie umrissen. Die ganz subtilen Schatten an der Nase und Augenbrauen habe ich durch Blinzeln ausgeblendet einstweilen. Die dunklen Bereiche habe ich dann großzügig schraffiert, so wie es am Hintergrund zu sehen ist. Die besonders dunklen Bereiche nachgearbeitet. Später kann man noch die Tonwerte in den Schattebereichen differenzieren. Dann fallen einem auch die Reflexionen am Hals auf, durch die Kinnunterseite wird das Licht auf den Hals zurückgeworfen, wodurch er leicht heller erscheint. Diese Unterschiede darf man aber nicht zu groß darstellen, erstmal liegt alles im Schatten. Ca 15 Minuten habe ich dafür gebraucht. Wenn ihr es selbst mal versuchen wollt: 
Hier geht es zur aktuellen Ausstellung im Georg-Kolbe-Museum, Rodin und die Tänzerin Hanako.



Hier eine 3-Tonwertstudie, Rohrfeder, Pinsel und Tusche. Drei Versuche waren nötig, eine ansprechende Komposition und die Räumlichkeit durch die Tonwertabstufungen hinzubekommen. Da man im Gegensatz zu den deckenden Farben wie Gouache, Acryl oder Öl nicht darüberkorrigieren kann, muß man eben mehrere Versuche durchführen.
Bevor man anfängt sollte man sich einen Plan zurechtlegen, was man darstellen will, sonst verzettelt man sich. Wenn ich mir die "Tonwertbrille" aufsetze, blende ich die Farben aus. Wenn man die richtigen Tonwerte trifft, kann man kaum noch etwas falsch machen. Oft sind die Kontraste nicht stark genug, dadurch wirkt das Bild flau und kraftlos. Meistens liegt es daran und nicht an "falschen" Farben.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Neustart im August

Im August geht es weiter mit dem Unterricht, Dienstags wie immer am Bahnhof, Donnerstags nach kurzfristiger Absprache, wetterbedingt.
Hier noch eine kleine Nachlese aus London, Wochenendtrip mit Malwettbewerb Pintar Rapido. Im September gibt es noch ein Pintar Rapido in Amsterdam.
Der Tower vom Tower Hill Garten
Yeoman Warder

Vor dem White Tower, dessen Türme man auch von außen sieht.
Whitehall
Die Ölbilder sind mit wasservermalbaren Ölfarben Cobra entstanden. Auf Reisen mit Flugzeug ist es praktischer.

Die alte Rathaushalle in Chelsea
Meine Chelsea Werft in der Mitte, 60 x 70 cm
Dieselbe Werft aber vom gleichen, nördlichen Ufer aus.
Mein Londoner Lieblingsmotive
Soho Square Gardens, gleich um die Ecke im Sohostel habe ich gewohnt.

Dienstag, 5. Juli 2016

Pferde zeichnen

Letzten Donnerstag auf der Domäne Dahlem hatten wir als Hauptmotiv Pferde, aber bewegliche Objekte sind nicht Jedermanns Sache. Hier sind meine Ergebnisse:
Öl auf Leinwand, kann ich beim nächsten Mal fertig machen, ein großer Vorteil von deckenden Farben. Acryl oder Gouache gehören auch dazu.

Werner hat den Futterwagen gezeichnet, dabei hat sich das Pony schon hoffnungsvoll in Positur geworfen :)
Viele! Skizzen sind nötig, da kann man nicht so schnell gute Ergebnisse erzielen. Wie auch beim Menschen kann man den Kopf als Maßeinheit benutzen, hier habe ich schon etwas darüber geschrieben. Auch das Studium des Skelettes hilft weiter, hier und hier sind Bilder dazu. Am 7.7.16 treffen wir uns wieder auf der Domäne, es sei denn, es regnet sehr.

Montag, 27. Juni 2016

Theorie und Praxis

Bilder vom Donnerstag am Wannsee, wer nicht da war, hatte selber Schuld. Es war zwar schwül und heiß wie im letzten Jahr, es gab aber wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang und der Wind machte die Hitze erträglich. Es ist ja immer was, zu warm oder zu kalt, es regnet, zu viele Leute usw. Augen auf und durch. Malen oder zeichnen, auch wenns nicht gelingt, gelernt hat man immer etwas.
 Öl auf Leinwand, 24 x 30 cm, nach 20 Uhr begonnen, die Lichtverhältnisse haben sich umgekehrt, dunkles Boot vor hellem Hintergrund, im Gegensatz zur Skizze, siehe unten.
 Aus dem Skizzenbuch: oben noch mal die berühmte rote Bank in Lichterfelde, eine Demozeichnung bei der ich mit dem Mülleimer angefangen und als Maßstab für die übrige Zeichnung genommen habe. Damit bekomme ich Raumtiefe. In diesem Fall ist es nicht wichtig wieviel ich dann vom Drumherum aufs Papier bekomme, aber die Proportionen stimmen. Die untere Skizze zur Einstimmung vor dem Unterricht, da stand die Sonne noch ziemlich hoch und das Schiff hob sich weiß vom Hintergrund ab.
Demoskizzen am Wannsee zur Bildaufteilung. Um noch einmal auf den Posttitel zurückzukommen, seid mutig und rechnet damit zu scheitern, nur daraus lernt man. Alle Theorie nützt nichts ohne es auszuprobieren. Nicht gleich aufgeben, wenn es nicht gelingt, hat man wenigstens ein paar schöne Stunden draußen verbracht. Man kann nicht alles darstellen, versucht mit Hilfe der kleinen Skizzen herauszufinden was Euch an der Szenerie besonders gut gefällt und konzentriert Euch darauf. Deshalb kann man auch an einem Ort lange malen oder zeichnen, man entdeckt immer wieder neue Möglichkeiten.
Am Donnerstag treffen wir uns auf der Domäne Dahlem bei den Pferden von 18-20 Uhr, ich werde schon ab 17 Uhr ca. da sein, wer also möchte, kann auch früher kommen.

Montag, 20. Juni 2016

Sommerfest und Termine

Vielen Dank für das rege Interesse an meinem Unterrichtsangebot im Bahnhof Lichterfelde-West, am Samstag war Bahnhofsfest und ich habe ein paar Plein-Air Bilder in Öl und diverse Skizzenbücher gezeigt. Außerdem hatte ich Gelegenheit, einige Szenen mit Füller und Pinsel festzuhalten:
 Wir hatten unsere Stände neben Alnatura, daher der gelbe Hintergrund, das ist die Wand.
 Gute Gelegenheit für Menschenskizzen.
Am Dienstag treffen wir uns wie immer um 15 Uhr am Bahnhof, am Donnerstag um 18 Uhr in Wannsee, an der Kreuzung am Loretta-Biergarten. Dann entscheiden wir, wo wir hingehen. Nehmt Euch eine Sitzgelegenheit mit und überdenkt Eure Ausrüstung, es soll heiß werden. Falls es gewittert oder nur regnet, können wir unter der Brücke weitermachen oder ins Loretta gehen.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Lichterfelder Skizzen

Bei schönem Wetter kann man bei Steinecke draußen sitzen, einen Kaffee trinken und die berühmte rote Bank mit ihren Modellen skizzieren. Diesmal fütterte ein kleines Mädchen die Spatzen, ein herrliches Motiv.
 Füller, die Tinte mit Wasserpinsel angelöst, später aquarelliert. Um die Figuren in den richtigen Proportionen darzustellen, beziehe ich die Umgebung mit ein, ohne sie jedoch allzusehr zu betonen.


In der zweiten Skizzen ging es um die Darstellung der Schirme. Sie sind höher als wir, also können wir die Innenseite sehen. Oft werden sie nicht flach genug dargestellt, genau beobachten und keine Symbole malen.
Wenn ich solche lebendigen komplexen Szenen darstellen will, kann ich mit einem Objekt anfangen, zum Beispiel der Mülleimer. Den plaziere ich so auf meinem Blatt, dass ich entweder den Hintergrund oder wie hier den Vordergrund betone und Platz gebe für die Umgebung. Um den Raum in der richtigen Perspektive darzustellen, beobachte ich, wo die Bürgersteigkanten den Pfosten durchschneiden. Die Fenster des Gebäudes auf der gegenüberliegenden Ecke machen schöne Negativformen für den Müllbehälter und geben gleichzeitig die Größe des Hauses an. So hat man ein Raumgefühl ohne ihn konstruieren zu müssen.
Am Samstag, den 18.Juni findet vor dem Bahnhof von 11-17 Uhr das Sommerfest statt. Ich werde dort unseren Malkurs mit einem Stand vertreten und freue mich über zahlreiche Besucher. Heute abend findet eine Vernissage von Nikolai Kraneis in der Galerie Gondwana statt, Merseburger Str. 14 in 10823 Berlin Schöneberg, nicht weit vom Café Bilderbuch, wo wir auch schon gezeichnet haben.

Dienstag, 7. Juni 2016

Usedom Nachlese

Donnerstag, den 9.Juni fällt der Unterricht aus.
( für die Leser, die nie bis nach unten scrollen)

Hier sind noch ein paar Bilder von Usedom:



 Brave Malerin, die zum Glück meine Rat befolgt hat, sich warm anzuziehen :)

Wie Ihr seht, man kann durchaus mehrmals das gleich Motiv malen, es sieht doch immer anders aus. Letztendlich ist das Bild nur ein Nebenergebnis der Auseinandersetzung mit dem Motiv. Sehen lernen und üben, Komposition, Negativräume, Farben, das ist spannend. Ich könnte auch jeden Tag denselben Mülleimer oder ein berühmteres Beispiel: Heuhaufen malen, ohne das mir langweilig wird. Lieber ein alltägliches Motiv gut gemalt als eine Postkartenansicht schlecht. 
Donnerstag, den 9.Juni fällt der Unterricht aus.